Unternehmen investieren stark in KI und neue Technologien, doch der Fachkräftemangel – nicht die Finanzierung – ist nun das größte Hindernis für die digitale Reife
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Zuverlässigkeit und Mitarbeiterkompetenzen nun die entscheidenden Faktoren sind, um Technologieausgaben in messbare operative Verbesserungen umzuwandeln. Wir brauchen eine Lösung für den Fachkräftemangel, um Technologieinvestitionen optimal zu ergänzen."
– Parker Burke, Group President der Fluke Corporation
Die Fluke Corporation hat heute Umfrageergebnisse veröffentlicht, die eine deutliche Beschleunigung der digitalen Reife in der Fertigungsindustrie belegen – angetrieben durch einen Jahresvergleichs-Anstieg bei der Einführung von Predictive Maintenance. Steigende Investitionen in Generative KI (36 Prozent) und Industrial AI (35 Prozent) unterstreichen diesen Wandel, da Unternehmen über Pilotprojekte hinaus in Richtung produktionsskaligen Einsatz voranschreiten.
Die Studie wurde von Censuswide durchgeführt und befragte über 600 leitende Entscheidungsträger und Wartungsfachleute in den USA, dem Vereinigten Königreich und Deutschland. Die Ergebnisse zeigen: Innerhalb eines Jahres blieb reaktive Wartung mit 36 Prozent konstant. Proaktive Wartung sank von 55 auf 45 Prozent, während sich die Nutzung von Predictive Maintenance von 9 auf 18 Prozent verdoppelte – ein klares Signal für einen Wandel von traditionellen Präventivmodellen hin zur datengesteuerten Ausführung.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Übergang durch erhöhte Kapitalallokation gestützt wird. In den kommenden zwölf Monaten priorisieren Hersteller Technologien, die schnell messbare operative Wirkung erzielen. Die Daten zeigen einen klaren Trend zu pragmatischen Investitionen: Fast acht von zehn Unternehmen (72 Prozent) weisen nun 16–30 % ihres Wartungsbudgets neuen Technologien zu. Die Investitionen verlagern sich dabei weg von exploratorischer KI (44 Prozent im Jahr 2024) hin zu operativen Prioritäten wie Cybersicherheit (37 Prozent), Datenmanagement (36 Prozent), Generative KI (36 Prozent) und Industrial AI (35 Prozent).
Allerdings zeigen die Daten eine wachsende Diskrepanz zwischen Technologieeinführung und der Bereitschaft der Belegschaft. Die Ergebnisse deuten auf ein tieferliegendes Problem hin: Qualifikationsbezogene Herausforderungen machen rund 78 Prozent aller genannten Hindernisse aus – darunter mangelndes Fachwissen (23 Prozent), Wissenslücken (18 Prozent), fehlende Fachkräfte (19 Prozent) sowie ein allgemeiner Mangel an Arbeitskräftekompetenzen (17 Prozent).
Da Hersteller von der Erprobungsphase zur Umsetzung übergehen, zeigt die Umfrage, dass die Erwartungen rund um Industrie 5.0 entsprechend neu kalibriert werden. Das Vertrauen in eine kurzfristige Umsetzung ist gesunken: Der Anteil derer, die eine Fertigstellung innerhalb von sechs Monaten erwarten, sank von 33 auf 22 Prozent, während 40 Prozent nun einen Zeitrahmen von ein bis vier Jahren veranschlagen.
Stattdessen konzentrieren sich Hersteller offenbar auf das, was jetzt erreichbar ist. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) plant, in den nächsten zwölf Monaten vernetzte Zuverlässigkeitsinitiativen voranzutreiben – ein Signal dafür, dass Zuverlässigkeit als praktische Brücke zwischen kurzfristigen operativen Bedürfnissen und langfristigen Industrie-5.0-Ambitionen gilt.
Parker Burke, President der Fluke Corporation, sagte: „Hersteller investieren weiterhin in digitale Technologien, doch der Fortschritt hängt davon ab, wie effektiv diese Technologien eingesetzt werden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Zuverlässigkeit und Mitarbeiterkompetenzen nun die entscheidenden Faktoren sind, um Technologieausgaben in messbare operative Verbesserungen umzuwandeln. Wir brauchen eine Lösung für den Fachkräftemangel, um Technologieinvestitionen optimal zu ergänzen."
Vineet Thuvara, Chief Product Officer der Fluke Corporation, ergänzte: „Der Fortschritt ist ermutigend, aber noch nicht ausreichend. Predictive Maintenance ist keine Zukunftsvision mehr – sie ist der neue Standard. Die nächste Herausforderung für Hersteller besteht darin, die Nutzung auszuweiten und sie in die gesamte Organisation zu integrieren, damit diese Fähigkeiten organisationsweit Hand in Hand arbeiten und nicht isoliert."
Die Umfrage wurde von Censuswide im Auftrag von Fluke durchgeführt und umfasste 600 Befragte aus Fertigungsunternehmen der Bereiche Lebensmittel & Getränke, Öl & Gas, Biowissenschaften und Automobilindustrie in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA.