Viele von uns kennen die Probleme zumindest vom Hörensagen, wenn gerade mal wieder in der Nachbarschaft eingebrochen wurde: Terrassentür aufgehebelt, Rahmen verzogen und durch Hebelwerkzeuge demoliert, die neue Digitalkamera, eine Armbanduhr und der Laptop fehlen, sämtliche Schubladen rausgezogen und nach Bargeld durchsucht.
Der fremde Geruch der Eindringlinge liegt noch in der Luft. Nachdem die Polizei da war, den Schaden aufgenommen hat (hoffentlich finde ich alle Belege von dem geklauten Zeug), erstmal aufräumen und lüften, damit wenigstens oberflächlich wieder alles beim Alten ist. Die ganze herausgezogene Wäsche waschen – wer weiss, was die Kerle damit gemacht haben. Die Versicherung anrufen und den Handwerker bestellen, damit die Tür wieder in Ordnung kommt. Die materiellen Schäden kriegen wir schon wieder in den Griff.
Aber dann, abends vorm Fernseher ist man das mulmige Gefühl immer noch nicht los. Was ist, wenn die Burschen wiederkommen? Haben die auch in meiner Post rumgewühlt? Kennen die meine Bankdaten?
Solche Szenarien und die damit verbundenen Schicksale spielten sich im Jahr 2003 fast 120.000 mal ab. Der psychologische Schaden, der bei den Geschädigten bleibt, ist riesengroß, kann aber statistisch nicht erfasst werden.
Nach einer repräsentativen Erhebung steht das Thema Sicherheit für 90% aller Bundesbürger an oberster Stelle. Natürlich ist „Sicherheit“ ein dehnbarer Begriff: die einen wollen eine bessere Polizeipräsenz, die anderen verstehen hierunter den Weltfrieden, beides lässt sich von uns nur wenig beeinflussen. Wohl aber die Mittel, die uns zum Schutz unseres persönlichen Hab und Guts zur Verfügung stehen. Immerhin denken immer mehr Häuslebauer an den Einbau einer stabilen Haustür und an einbruchhemmende Fenster. Auch die Angst vor Brandrauch hat die Bürger veranlasst, in den letzten Jahren wenigstens die Kinderzimmer mit Batterierauchmeldern auszustatten. In Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland sind Rauchmelder mittlerweile Pflicht für Neubauten! Auch beim allereinfachsten Einbruchschutz wird nicht gespart: es gibt kaum noch ein Haus, bei dem nicht ein „Bewegungswächter“ das Licht einschaltet, wenn man der Haustür zu nahe kommt.
Auch die Anzahl von „richtigen“ Einbruchmeldeanlagen steigt wieder langsam an, wenn auch nicht auf dem Niveau unserer europäischen Nachbarländer. Dass das ganze Sinn macht, wurde auch von Bundesinnenminister Schily anlässlich der Pressekonferenz zur Kriminalstatistik 2003 deutlich erwähnt:
„Insbesondere der Rückgang der Zahl der Wohnungseinbrüche um 5,2 % (2003: 123.280) zeigt den Erfolg einer verstärkten Anwendung technischer Präventionsmaßnahmen durch die Bürgerinnen und Bürger sowie der Durchführung erfolgreicher Präventionsprogramme und -maßnahmen von Polizei und privaten Sicherheitsunternehmen. Durch den Einsatz technischer Präventionsmaßnahmen konnten Tatgelegenheiten und damit Tat fördernde Situationen insgesamt reduziert werden, so dass nach Einschätzung von Experten inzwischen jeder dritte Einbruchsversuch an technischen Sicherungen scheitert.“
Derzeit wird an einer neuen Norm gearbeitet (VDE 0825 Teil GWA), die Gefahrenwarnanlagen für Wohnungen, Wohnhäuser und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung (Home & Office Security) beschreibt. Eine solche Anlage ist geeignet für Privathaushalte und Freiberufler wie Arztpraxen, Kanzleien usw. und erlaubt die Überwachung aller möglichen Gefahren, die in solch einem Objekt denkbar sind, wie z.B. Einbruch, Brand, Bedrohung, Gas, Wasser, Temperatur, Stromverbrauch und andere technische Meldungen. Alle relevanten Teile einer solchen Anlage müssen zertifiziert sein (z.B. vom VdS) können aber von einer Elektrofachkraft für Gefahrenmeldeanlagen installiert werden. Gleichzeitig werden für diese Geräte VdS-Richtlinien erscheinen, sodass die Qualität der Komponenten gewährleistet ist. Die Qualifizierung der Fachkräfte kann durch die Herstellerfirmen durchgeführt werden und der so ausgebildete Fachbetrieb kann sich – unter einigen anderen Voraussetzungen – in die Empfehlungsliste der „Initiative für aktiven Einbruchschutz“ eintragen lassen.
Sie sehen, der Weg für das Geschäft wird geebnet; lassen Sie sich die Chance nicht entgehen!