Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V – Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen – Teil 16: Geräte zur Prüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen von elektrischen Geräten und/oder medizinisch elektrischen Geräten
Durch dieses Regelwerk werden Leistungsanforderungen an Prüf- und Messgeräte definiert, mit deren Hilfe man die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen an elektrischen oder medizinischen Geräten nachweisen kann.
Die Messgeräte nach dieser Norm müssen folgende Messungen ermöglichen:
- Widerstand der Schutzleiterverbindung oder des Schutzerdungswiderstandes;
- Isolationswiderstand;
- Schutzleiterstrom oder Geräteableitstrom;
- Berührungsstrom und Ableitstrom vom Anwendungsteil.
Die Betriebsmessunsicherheit für alle gemessenen Parameter innerhalb der geforderten Bereiche darf ± 15 % nicht überschreiten. Diese Anforderung muss für die Messung von Leckströmen innerhalb eines Frequenzbereiches erfüllt sein, der durch die Frequenz-charakteristik des Messkreises MD vorgegeben ist.
Das Messgerät verfügt über eine Prüfsteckdose zum Anschluss eines Prüflings. Diese ist von den aktiven Teilen des Netzes durch doppelte Isolation getrennt. Eine Netzsteckdose dient zur Spannungsversorgung des Gerätes an das Netz. Parallele zur Prüfsteckdose kann ein separater Prüfanschluss integriert sein. Hiermit besteht die Möglichkeit ein Gerät mit Messleitungen zu prüfen.
Alle Anschlüsse müssen durch Ihre Konstruktion ein unbeabsichtigtes Berühren spannungsführender Bauteile während des Anschlusses ausschließen. Steckdosen für den Anschluss von weiteren externen Geräten sind eindeutig zu kennzeichnen.
Ein Schutz gegen Überstrom und Kurzschlüsse ist zu integrieren. Der Schutz gegen den elektrischen Schlag muss durch den Einbau eines Fehlerstromschutzschalters von höchstens 30 mA gegeben sein. Die innere Verdrahtung der Steckdose muss für den maximalen Nennstrom, mindestens jedoch für 16 A bemessen sein.
Die Schutzart des Gehäuses beträgt mindestens IP 40. Messgeräte, die während der Messung in der Hand gehalten werden können, müssen doppelte Isolierung aufweisen. Andere Geräte dürfen auch durch eine Schutzleiterverbindung geschützt sein. Dabei darf Widerstand zwischen Schutzleiter und angeschlossenen leitfähigen Teilen 0,1Ω nicht übersteigen.
Bei der Messung des Schutzleiterwiderstandes muss der Messkreis von den aktiven Teilen des Netzanschlusses durch doppelte oder verstärkte Isolierung getrennt sein. Der Schutzleiter darf angeschlossen sein, Erdverbindungen müssen angezeigt und vom Messgerät berücksichtigt werden.
Zur Messung des Isolationswiderstandes muss der Messbereich Werte zwischen 100 kΩ und 100 MΩ einschließen. Der Messkreis muss von den aktiven Teilen des Netzanschlusses durch doppelte oder verstärkte Isolierung getrennt sein. Der Schutzleiter darf angeschlossen sein.