Kabel und Leitungen – Leitfaden für die Verwendung von Kabeln und isolierten Leitungen mit einer Nennspannung nicht über 450/750 V (U0/U) – Teil 1: Allgemeiner Leitfaden
Im Zusammenhang mit der DIN EN 50565-2 (VDE 0298-565-2): 2015-02 dient diese neu erschienene Norm als Ersatz für die DIN VDE 0298-300 (0298-300): 2009-09. Die Norm enthält Hinweise für Installateure, Kabel- und Leitungskonstrukteure zum besseren Verständnis der charakteristischen Eigenschaften. Die Nennspannung übersteigt dabei nicht 450/750 V.
Das Regelwerk liefert für Hersteller von Betriebsmitteln, Installateuren und Endkunden einen Leitfaden mit den Eigenschaften von Niederspannungsleitungen und deren Grenzen. Diese werden als wichtige Eigenschaften in Hinblick auf Schutz von Leben, Gebäuden und Gütern erachtet. Sie bietet auch eine angemessene Sicherheit für die Lebenserwartung der Leitung in ihrer Anwendung.
Bei korrekter Verwendung sind Leitungen als sicher einzustufen. Sie stellen kein unannehmbares Risiko für Leben und Sachwerte da. Die Gebrauchsdauer einer bestimmten Leitungsbauart ist abhängig von der Art der Verwendung, der Installation oder dem Betriebsmittel und der hierzu gehörigen Kombination von Einflussgrößen. So wird zum Beispiel die Gebrauchsdauer einer Leitung für feste Verlegung als länger angenommen als die einer flexiblen Leitung.
Isolierte Starkstromleitungen dürfen nur durch Fachkräfte oder unterwiesenen Personen installiert und an Betriebsmitteln angeschlossen werden. Alle Leitungen sind nach den auftretenden Spannungen und Strömen auszuwählen. Die Auswahl erfolgt zu den nachfolgenden Betriebsbedingungen, wie Spannung; Strom; Schutzvorkehrungen; Häufung von Leitungen; Art der Verlegung und Zugänglichkeit.
Alle Leitungen müssen gegen die äußeren Einflüsse geeignet sein. Unter anderen haben sie den Anforderungen in Bezug auf die Umgebungstemperatur oder Wasser, sowie der Einwirkung durch UV Strahlung Stand zu halten. Leitungsanlagen sind so aufzubauen und zu installieren, dass Gefahren so weit als möglich vermieden werden.
Durch die Installation darf die Leitung nicht beschädigt werden. Bei der Verlegung der Leitungen sind diese entsprechend zu befestigen. Zur Auswahl der Befestigungsabstände muss die Art der Befestigung, die Möglichkeit von Erschütterungen und das Gewicht der Leitung zwischen den Befestigungen Beachtung finden.
Für den Anschluss ortsveränderlicher Betriebsmittel werden flexible Leitungen verwendet. Die Länge der Anschlussleitung ist so zu wählen, dass das Ansprechen der Kurzschluss Schutzeinrichtung sichergestellt ist. Um das Risiko einer mechanischen Beschädigung zu verringern, hat die Leitungslänge so kurz wie möglich zu sein.
Weiter hat sich aus dieser Normenreihe die DIN EN 50565-2 (VDE 0298-565-2): 2015-02 geändert. In dieser Norm sind tabellarisch Aufbaudaten und Einsatzbedingungen für Kabel- und Leitungsbauarten beschrieben.