Synergien beim Ausbau von Energie- und Informationsinfrastruktur - FTTx
Stromnetz der Zukunft muss verstärkt steuer-, kontrollier- und regelbar sein
Die Forderung nach mehr Steuerungs-, Kontroll- und Regelungsmöglichkeiten setzt eine geeignete Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und eine entsprechende Energieübertragungs- und -verteilungsinfrastruktur voraus. Energie- und Informationsübertragung sollten aus diesem Grund zusammen und nicht als getrennte Netzbestandteile betrachtet werden. Nexans hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, auch für das Niederspannungs-Verteilnetz eine Kabelkonstruktion zu entwickeln, mit der Energieversorger ihr Informationsnetzwerk flexibel ausbauen können und den späteren Zugang zu den Hauseinführungsbereichen offen halten.
Das Niederspannungs-Hybridkabel von Nexans
Das so genannte Hybridkabel bietet neben den Adern zur Energieübertragung auch Leerrohre, die nachträglich mit Lichtwellenleitern (LWL) versehen werden können, zum Beispiel durch Einblasen. Ein entsprechendes Mittelspannungs-Hybridkabel hat Nexans bereits im Jahr 2010 vorgestellt; nun existiert dazu passend eine Lösung, die auf der 1-kV-Ebene einen stimmigen Übergang bietet: das neue Niederspannungs-Hybridkabel. Es unterstützt den Ausbau der FTTx-Strukturen (zum Beispiel Fibre to the Home) und schafft so die Möglichkeit, regionale Informations- und Kommunikationsdienstleistungen beziehungsweise Übertragungskapazitäten anzubieten.
Standardkonstruktion blieb erhalten
Wichtig war, dass die Standardkonstruktion des Niederspannungskabels erhalten bleibt und das zusätzliche Rohr von außen leicht zugänglich ist. Daher fand beim 1-kV-Hybridkabel keine Integration des Rohrs in das Kabel statt. Nexans erdachte stattdessen ein System, das kurz vor der Auslieferung flexibel an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden kann: Durch ein eigens entwickeltes Verbindungselement wird das HDPE-Rohr einfach an das Kabel geklippt. Das Gesamtgebilde wird dann, wie gewohnt, vorkonfektioniert auf Standardspulen geliefert.
Einfaches An- und Absetzen der Rohr-Clip-Konstruktion für Energie-Abzweigmuffen
Da die Leerrohre gut von außen zugänglich sind, lassen sie sich bei Bedarf vom Starkstromkabel lösen, beispielsweise um Abzweigmuffen zu setzen oder Rohrverbindungen vorzunehmen.
Effizientes Verlegen
Dank des Hybridkabels ist eine Parallelverlegung von Kabel und Rohr nicht mehr erforderlich: Energiekabel und Leerrohre lassen sich in einem Arbeitsgang verlegen.
Die Synthese von Kabel und Leerrohr bietet außerdem Vorteile bei geringen Trassenbreiten. Bei der Verlegung liegen keinerlei Beschränkungen vor, denn das Hybridkabel kann eingesandet oder in Rohrsysteme eingezogen werden.
Einfaches Handling und Transport
Das Niederspannungs-Hybridkabel wird in der Regel in 500-m-Längen auf Standard-KTG-Spulen ausgeliefert. Besonderheiten bei Transport und Handling sind nicht zu beachten und das Mehrgewicht durch das HDPE-Rohr von zirka 140 kg/km ist vernachlässigbar. Für die Verlegung und Montage ergeben sich also keine großen Veränderungen.
Optimales Nutzen der Garniturentechnik
Da die Rohre von außen zugänglich sind, können sie beim Setzen von Verbindungs- und Abzweigmuffen einfach gelöst und parallel zur Muffe geführt werden. Gas- und wasserdichte Verbindungen zwischen den Rohrsystemen lassen sich mittels Steckkupplungen vornehmen. Diese sind bereits bei Auslieferung an jeder Spule enthalten.
Hybridkabel unter Spannung
Um den hohen Qualitätsstandard von Nexans zu sichern und ein optimales Verlegeverhalten zu gewährleisten, wurden am Standort Hannover Verlegeversuche durchgeführt. Zudem wurde eine 250 m lange Trasse im Distributionsnetz eines regionalen Versorgers mit dem Niederspannungs-Hybridkabel bestückt. Die Länge wurde in ein bestehendes Rohrsystem eingezogen. Das Verlegeverhalten war positiv und es wurde kein abnormes Verhalten, zum Beispiel ein Lösen des Rohres vom Starkstromkabel oder eine Beschädigung, verzeichnet.
LWL-Einblasvorgang
In das HDPE-Rohr können nachträglich LWL-Kabel mit bis zu 144 Fasern (z.B. B-Lite Green) eingeblasen werden. B-Lite Green von Nexans zeichnet sich unter anderem durch sein hervorragendes Einblasverhalten aus. Pro Hausanschluss sind normalerweise lediglich vier bis acht Fasern nötig, die einfach in die Hausanschlusskabel (NAYY-J 4x35 und 4x50 +1RC) eingeführt werden können.
Reserven schaffen und für die Zukunft vorsorgen
Viele Stadtwerke, Energieversorger oder Netzbetreiber haben heute vielleicht noch keinen konkreten Bedarf an ausgebauten IKT-Systemen und der entsprechenden LWL-Technik. Mit Niederspannungs-Hybridkabeln können sie Voraussetzungen schaffen, die sich mittelfristig gewinnbringend auswirken. Die künftige Vernetzung von Industriekunden, Fibre to the Home (FTTH) oder die Vermietung der Leerrohrsystem an Telekommunikations-Anbieter sind nur einige der Geschäfts- und Dienstleitungsmodelle, die das Hybridkabel dank eines optimierten Ausnutzens der Kabeltrassen unterstützt.
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