Am 20.07.2010 konnten Landesinnungsmeister Thomas Bürkle und Hauptgeschäftsführer Andreas Bek die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Kerstin Andreae, aus dem Wahlkreis Freiburg in der Verbandsgeschäftsstelle begrüßen. Bei dem Austausch ging es um verschiedene Themen, die die E-Handwerke besonders tangieren. Kernpunkt war jedoch der Bereich der Elektromobilität.
Hier gab Landesinnungsmeister Thomas Bürkle seine Einschätzungen zu den Entwicklungstendenzen am Markt wieder. Einigkeit herrschte darin, dass getrieben durch den globalen Klimawandel und die lokale Luftverschmutzung neue Konzepte für die Mobilität der Zukunft entwickelt werden müssen. Thomas Bürkle betonte, dass die Elektrohandwerke ihr Aufgabengebiet dabei nicht primär in der Fahrzeugtechnik, sondern vor allem im Auf- und Ausbau der Infrastruktur der Netze sehen bzw. bei Klein- und Spezialanwendungen wie Elektrozweiräder und behindertengerechte Fortbewegungsmittel.
Hinsichtlich der Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge, mit denen zukünftig die "Betankung" der Fahrzeuge gewährleistet werden soll, wies er darauf hin, dass nur gut ausgebildete Fachleute hier eine sachgerechte Installation sicherstellen können. Zudem ließen sich mit Elektrofahrzeugen darüber hinaus zwei weitere Probleme lösen: Zum einen könnte damit der gefährliche Feinstaub in Ballungsgebieten reduziert werden und zum anderen könnte durch einen Ausbau der E-Mobilität auch die Geräuschbelastung in vielen Bereichen maßgeblich gesenkt werden.
Energiepolitik
Ziel der Energiepolitik muss es sein, die dezentrale und nach Möglichkeit auch regenerative Energieerzeugung auf der einen Seite mit einer möglichst dezentralen Nutzung dieser Energie auf der anderen Seite in Einklang zu bringen. Darin sind sich FV EIT BW und Kerstin Andreae einig.
In diesem Zusammenhang wurde auch über die Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke gesprochen. Eine Versteigerung der Laufzeiten, wie sie zum Teil diskutiert wurden, hält Thomas Bürkle nicht für zielführend. Auch müssten ggf. Gewinne aus Laufzeitverlängerungen - die allenfalls als temporäre Maßnahme seitens der E-Handwerke in Frage kommen - in den Ausbau des regenerativen Anteils der Energiegewinnung fließen. Frau Andreae spricht sich hingegen nach wie vor für das Festhalten am Atomkonsens aus, wonach ab 2020 der letzte Atommeiler in Deutschland vom Netz gehen sollte.
Im Anschluss sensibilisierten die Fachverbandsvertreter die Politikerin für das handwerksschädliche Marktverhalten vieler Energieversorgungsunternehmen.
Kerstin Andreae möchte den Kontakt zum Fachverband Baden-Württemberg intensivieren und sicherte zu, dies auch über die Landtagsfraktion zu tun. In bestehenden Grünen-Konzepten, wie "Handwerk hat grünen Boden", fänden sich etliche Anknüpfungspunkte mit dem Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg. Landesinnungsmeister Thomas Bürkle signalisierte Gesprächsbereitschaft.
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